Tafilalet-Trailritt
März 2006 / November 2008 - Reisebericht
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vervollständigt im August 2009 aus der ursprünglichen Tourbeschreibung des Veranstalters und aus meinen Erinnerungen.

 

 

Tag 1 - 22,7km 4h 40'

Morgens Fahrt durch das Tal der tausend Kasbahs über Boumalne Dades nach Tinghir, wo die Pferde stehen. Sehr beeindruckend ist die Fahrt durch die wüstenhafte Gegend. Nachmittags lernen Sie Ihr Pferd kennen und reiten bereits während 3 Stunden zu dem ersten Camp. Wir durchqueren kleine Kasbahdörfer, Palmenhaine, mit vielen kleinen fruchtbaren Gärten und schließlich galoppieren wir über eine Ebene zum Camp. Übernachtung im Zelt.

 


Tag 2  - 38,5km 8h 30'

 

Heute folgen wir einem trockenen Flusstal. Auf der Seite sind die unendlichen Bergketten der Jebel Saghro in grau-blau Tönen. Auf der anderen Seite der Atlas, dessen Gipfel im Winter oft schneebedeckt sind. es gibt nur noch zu Beginn einige Wege anschließend reiten wir in der Ebene und suchen uns eigene Pfade. Überall wo Brunnen sind, entstehen grüne Gärten, die oft von Bäumen eingerahmt sind. Nachmittags finden wir einige salzhaltige Quellen, doch gerade gern trinken die Pferde nicht daraus. In der Ferne steht der Palmenhain von Tinjtad. Viele lange Galoppaden führen uns ins Camp bei Tindruish.

 


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Tag 3 - 37,8km 8h 35'

 

Heute reiten wir über sandige Ebenen und durch Palmenhaine, in denen kleine Kasbahdörfer versteckt liegen. Auch hier versuchen die Bauern kleine Felder anzupflanzen. Schmale Pfade führen durch diese Pflanzungen und spenden uns Schatten. Immer noch beeindruckend die blau-grauen Bergketten auf der einen Seite. Picknick unter Palmen. Nachmittags folgen wir einem trockenen Flusslauf in die Berge hinein. Plötzlich erhebt sich ein zahnartiger, schwarzer Berg vor uns, zu dessen Fuße einige Palmen und Oleander wachsen. Selbst eine kleine Quelle befindet sich hier, was zu einem idealen Camp einlädt.

 


Tag 4 - 44,6km 8h 24'

 

Wir verlassen das steinige Plateau und galoppieren wieder über sandige Ebenen. Beeindruckend ist die unendliche Weite. Manchmal versammeln sich Kamelherden an einem einsamen Brunnen. Oft überqueren wir kleine Sanddünen, auch für die Pferde ist es eine Freude darin zu spielen. Mittagessen in einem alten, verlassenen Fort, das ein ehemaliger Militärstützpunkt war. Beeindruckend und in gutem Zustand ist der Lehmbau mit den typischen Fensterformen und Verzierungen. Leider wurde alles Holz weggestohlen so dass die Etagen und Dächer nicht mehr bestehen. Weiter reiten wir durch die grünen Palmenhaine und wieder über kleine Sanddünen. Camp bei einem Brunnen, der Wasser für die ganze Oase hergibt.

 


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Tag 5 - 28,6 km 6h

 

Die heutigen Palmenhaine gehören zu der Oase von Tafilalelt. Daneben erstreckt sich die Wüste. In der Ferne erheben sich vereinzelte Tafelberge. An manchen Stellen befinden sich unzählige, kleine Erdhügel, in Abständen von 15 - 20 Metern. es ist eine unterirdische Kanalisation , die im 11. Jahrhundert angelegt wurde. Die riesigen Palmenhaine werden durch Palmzäune von der Versandung geschützt. So ergibt sich oft die Möglichkeit auf die gestauten Sanddünen zu klettern und runterzurutschen. Auch den Pferden macht dies Spass. bald erreichen wir das Hotel, wo es ein Picknick gibt. Nach einer ausgiebigen Dusche oder Bad im Swimmingpool erkundigen Sie das Städtchen von Rissani. Bekannt ist Rissani vor allem durch sein Mausoleum von Moulay ALi sherif, ein Vorfahre des heutigen Königs. Für die Marokkaner ist dies eine wichtige Pilgerortschaft Übernachtung im Hotel


Tag 6 - 39,4km 5h 37'

 

Morgens reiten wir auf kleinen Pfaden durch den Palmenhain hinaus in die weite Wüste. Die unendliche Flache voller schwarzer Steinchen, lasst nichts mehr wachsen, lädt aber zu langen Galopps ein. ln der Ferne leuchten die rotgoldenen Sanddünen von Merzouga, unser Ziel. Bald finden wir kleine Sanddünen, bald galoppieren wir über eine weiße Sandfläche und wieder wechseln die Farben von schwarz zu Gold. Eine kleine Oase in der Ferne ist unser Ziel. Nach dem langen Morgenritt ruhen die Pferde am Nachmittag. Die Reiter können auf die 150 Meterhohe Sanddüne klettern, wo Sie ein wundervoller Ausblick erwartet. Es lohnt sich da den Sonnenuntergang abzuwarten.

 


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Tag 7

 

Heute ist ein freiwilliger Reittag. Wer gerne ausruht und das wunderschöne Panorama der Sanddünen genießen will bleibt im camp oder erkundet auf eigene Faust die Umgebung. Für die Reitfreudigen besteht die Möglichkeit eines Ausrittes entlang der Dünen mit Picknick unterwegs. Manchmal ist es sogar möglich, den seltenen Wüstenspatz zu sehen. Übernachtung im Camp.

 

Tag 6-7 Variation

 

Beim zweiten Tafilalet-Trail November 2008 ritten wir am Ende des 6.Tages von einer Auberge ausgehend mit einer Kamelkarawane zu einem Wüstencamp inmitten der großen Dünen. Nach etwa 1 Stunde Kamelritt gab es das Abendessen in einem Beduinenzelt und auch die Nacht verbrachten wir dort. Am nächsten Morgen vor Sonnenaufgang stiegen einige von uns auf die größte Düne um den Sonnenaufgang zu erwarten. Danach gab es Frühstück und  den Ritt zurück zur Auberge. Der Rest des Tages war Ruhetag.

 


Tag 8 - 44,6km 7h 21'

 

Bald hinter Merzouga befindet sich ein Wüstensee. Wenn sich Wasser im See befindet, ist es ein idealer Platz für viele Vogelsorten. Sogar rosa Flamingos sind manchmal zu sehen. Rings um den See wächst Gras, so dass große Kamelherden zum grasen herkommen. Bald wieder galoppieren wir über eine schwarze Ebene, eine richtige Mondlandschaft. Ein trockenes Flussbett ist zu überqueren, viele kleine Salzablagerungen blenden die Augen. Näher kommen die Berge und ein bisschen steiniger wird der Boden. Doch bald erreichen wir eine sandige Ebene, die zum südlichen Palmenhain von Rissani führen, wo sich unser Camp in der Filmkulisse von der Oase Tinghras befindet. Übernachtung im camp

 


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Tag 9 - 49,4km 8h 23'

 

Heute geht's in die Südlichsten Täler Marokkos. Im Anfang befinden sich noch einige Dörfer, aber bald umgibt uns nur die unendliche Wüste. Wir reiten durch lange Täler, überqueren kleine Hügelketten. Manchmal verfolgt uns eine einsame Kamelherde während vielen Kilometern. Einladende Galopps in den sandigen Flächen. Ganz einsam an einem Brunnen mitten in der Wüste befindet sich heute das Camp.

 


Tag 10 - 37,1km 8h

 

Einige wenige Akazienbäume wachsen in den Wüstentälern. Doch bald erreichen wir eine größere Oase. fast blendet uns das Grün der Felder. Doch führen die Flüsse nur Wasser bei Regen oder noch 1 - 2 Tage danach. Picknick in einem verlassenen Palmenhain. Bald wird die Gegend bewohnter. Viel kleine Dörfer saumen den Palmenhain. Durch das trockene Flussbett reiten wir ins Abendcamp.

 


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Tag 11 - 43,2km 10h 40'

 

Zuerst reiten wir über eine Bergkette, wo sich auch viele Fossilien befinden. Wer ein bisschen sucht, kann bestimmt fündig werden. Durch ein breites einsames Tal reiten wir gegen die Bergkette des Jebel Saghro. Auf dem einzigen Weg überqueren wir den Pass. In einer kleinen Oase mitten auf dem Berg befindet sich ein einsames Café. Hier machen wir kurz halt. Hier gibt's sogar im Quellwasser gekühlte Cola. Nachmittags weiterritt zum Bergdorf von Ait el Farsi, wo sich das Camp befindet. Aber vorher erkunden wir einen neuen Weg über die Berge, da inzwischen ein breite Straße durch das Tal gezogen wurde und der alte Weg nicht mehr schön ist. Wir reiten durch ein trockenes Flussbett in die Berge. Am Weg hüten 2 Jungs Ziegen und wir erkundigen uns nach dem besten Weg über die Berge. Sie schicken uns zurück und im Bogen einen steilen Hang hinauf. Oben wissen wir nicht mehr so recht in welche Richtung der beste Abstieg zur anderen Seite zu finden ist. Wir quälen uns durch die Hügel in die Richtung in der das Camp liegen muss. Es wird immer dunkler und zum Schluss reiten wir mit Helmlampen über die, jetzt mit Wegen durchzogene Ebene - wissen nicht genau wo das Camp liegt. Wir erreichen es aber lange nach Sonnenuntergang sicher.

 


Tag 12 - 35,6km 7h05'

 

Der letzte Reit tag führt und über weite Ebenen in enge Taler, eingerahmt durch bizarre Bergformen. Ab und zu gibt es hier einsame Quellen. Nomaden tränken hier ihre Ziegen und Kamele. Nach dem Picknick in den Bergtälern, sichten wir bald in der Ferne die Stadt Tinghir. Letzte lange Galoppaden führen uns nach Tinghir. Wir nehmen Abschied von den Pferden und fahren ins Hotel in Tinghir. Übernachtung im Hotel


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Am nächsten Tag fahren wir gemütlich zurück nach Ouarzazate . Unterwegs können sie die eindrucksamen Schluchten von Todra und Dades besichtigen. Mittagessen unterwegs in einem kleinen Restaurant. Abends Übernachtung im Hotel in Ouarzazate.


 

gesamt: 432km

Dieser erste Trail in Marokko war für mich der schnellste Ritt, den ich jemals unternommen hatte. Nur drei Reitteilnehmer und Rena als Guide, flache Ebenen oft mit Sand oder feinkörnigen Steinen übersät, die extreme Einsamkeit der Wüste haben in mir das Gefühl aufkommen lassen, dass inmitten der Leere der Wüste das eigene Selbst erst so richtig eindrucksvoll wahrgenommen werden kann. Die gute, typisch marokkanische Küche, die uns die Köchin täglich servierte und der, durch fehlenden Tourismus, noch unverdorbene  Kontakt zu den Menschen die dort leben haben sehr eindrucksvolle Erinnerungen zurückgelassen. Da Rena fließend arabisch, französisch und auch den, in Südmarokko üblichen, Berberdialekt leidlich spricht war der Kontakt zu den Dörflern und auch Nomaden immer möglich. Eine Begegnung mit einer Nomadenfamilie werde ich nie vergessen. Wir ritten durch eine weite Ebene, langsam im Schritt auf ein, am Rande der Ebene stehendes Berberzelt zu. Wir kamen langsam näher und als wir nur noch 20m davor waren kam ein Mann aus dem Zelt, in seinem besten Sakko, das zwar löchrig war aber mit der größten Würde getragen wurde und brachte ein volles Tablett mit dem marokkanischen "Nationalgetränk" Minztee zu uns. Er wollte nichts von uns, nur Freundlichkeit und Aufmerksamkeit. Nach einem längeren Gespräch und nachdem der Tee ausgetrunken war, ritten wir weiter. Freundliche Menschen!

 

Link zum Veranstalter

 

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