Die Vorteile der Outdoor GPS-Navigation


Vorteil des Reitens mit GPS-Unterstützung ist, dass das "Kartenmaterial" wasserfest ist und außerdem die Orientierung durch die Angabe der eigenen Position auf der Karte einfacher ist. Reiten mit Papierkarte bedeutet im Prinzip in einem Gebiet mit vielen Wegkreuzungen und schlechter Übersicht über das Gelände (auf z.B. unseren Waldwegen): bei jeder Wegabzweigung anhalten, das Pferd muss ruhig stehen, man sucht auf der Karte die letzte erkannte Position und schaut wo man jetzt ist um den weiteren Weg zu erkennen - das nervt - vor Allem bei Regen! Das mag beim Wandern kein Problem sein da man leicht in der Lage ist, den Weg auf der Karte bis zur nächsten Wegkreuzung zu verfolgen, beim Wanderreiten jedoch hat es so seine Schwierigkeiten, auch weil man streckenweise viel schneller ist. Wie oft habe ich es erlebt, dass bei Navigation mit Karte einfach nicht auf den Weg geachtet wurde und man sich verritten hat. Es ist einfach unrealistisch an jeder Abzweigung anzuhalten und den weiteren Weg zu bestimmen - einen Fehler bemerkt man, vor allem wenn auch noch geredet wird, zu spät. Beim GPS-Gerät kann ich während des Reitens ständig kurze Blicke aufs Display werfen (sogar im Galopp ist das möglich) um meine Route, die ich mir vorher in Ruhe am Bildschirm zusammengestellt habe, zu verfolgen. Das spart jede Menge Zeit denn ich will ja die Landschaft erleben und nicht ständig meine Position suchen. Wenn ich aus Versehen eine falsche Abzweigung genommen habe, sehe ich es ziemlich schnell. Ich weiß exakt wie lang die Tour ist (Kilometer/Steigungen sind bekannt), ich sehe ständig die Durchschnittsgeschwindigkeit, auch mit Pausen. Das gibt die große Sicherheit zu wissen, wann das Ziel erreicht wird.

Die größten Nachteile sind:

1.     Die Übersichtlichkeit über ein größeres Gebiet ist auf dem kleinen Display nicht gegeben.
2.     Der Empfang kann unter dichtem Laubdach und bei starkem Regen schwächer werden und/oder verloren gehen.
3.     Man ist von geladenen Batterien abhängig

zu 1.    Ohne vorher herausgearbeitete Route (als Track auf dem Gerät gespeichert) ist es schwer - aber es geht wenn man sich einige Wegpunkte markiert über die man reiten möchte. Grundsätzlich jedoch arbeite ich meine Reittouren immer vorher auf der Karte heraus. Ohne Vorbereitung macht es für mich wenig Sinn größere Reittouren zu reiten. Man verspielt ja auch den Vorteil, dass man sehr genaue Vorstellungen über die Länge der Strecke und die Steigungen hat und den Ritt so einteilen kann, dass das Pferd ausreichend Ruhezeiten bekommt, man andererseits aber nicht Gefahr läuft, zu spät am Ziel anzukommen.

Ganz wichtig bei Navigation ohne Vorplanung: Das Gerät sollte einen Kompass haben und dieser sollte auch vor der Tour neu kalibriert werden damit die Richtung in die man reiten muss auf dem Display und im Gelände übereinstimmt. Am Ziel sollte ein Wegpunkt platziert werden, so dass man auch bei großer Übersicht und minimaler Detailanzeige das Ziel sehen kann. Einen riesigen Vorteil haben die neuen Outdoorkarten von Garmin ab Topo DE 4.0, da sie autorootingfähig sind. So hat man auch ohne Vorplanung einen roten Faden zum Ziel. Einfach "Fußgänger" bei Rooting-Einstellungen wählen und "vermeide Fernstrassen, unbefestigte Strassen etc." wählen, dann erhält man sogar Abbiegehinweise - das ist allerdings wenig romantisch, ich setze sowas nur zur Not ein bzw. ignoriere die Hinweise und lass mir nur die ungefähre Richtung vorgeben. Allerdings muss ich sagen, dass es tatsächlich funktioniert und einen auf dem schnellsten Weg zum Ziel führen kann.



zu 2.    Das ist mir mit meinem Gerät noch nie passiert - ich benutze das Garmin®  ETrex Vista HCX. Lediglich die Genauigkeit der Positionsanzeige wird geringer (statt 3-6m Positioniergenauigkeit nur 30-50) und die aufgezeichneten Tracks weichen manchmal vom tatsächlichen Weg ab. Seit 2012 benutze ich auch das neue ETREX 30, und hier ist die Genauigkeit wirklich hervorragend. Es gibt fast keine starken Abweichungen mehr von der tatsächlichen Position, aber - Ausnahmen bestätigen die Regel - also immer Karte oder Kartenausdruck mitnehmen.



zu 3.    Ich hab immer Ersatzbatterien dabei. 2 Ni/Cd-Batterien reichen sicher für zwei Tage (16-18 Stunden). So habe ich geführte 14-Tage-Trails komplett aufgezeichnet um mir hinterher die Tour in Google-earth ansehen zu können. Wenn ich mit dem Gerät Tagestouren reite, dann benutze ich Ni/MH-Akkus und wechsle sie täglich. Auch hier käme ich zur Not 2 Tagesritte mit einem vollen Akkusatz aus.



Achtung: Ich habe festgestellt, dass im Winter bei hohen Minustemperaturen NiMH-Akkus nicht geeignet sind. Sobald sich die Hintergrundbeleuchtung einschaltet geht das Gerät oft einfach aus, was auf zu niedrige Spannung hinweist. Akkus weisen gegenüber Batterien, je nach Aussentemperatur und Modell, im Schnitt eine um 14-20% niedrigere Ausgangsspannung auf - und das kann dann zu wenig sein! Selbst Alkali-Mangan-Batterien weisen bei extremen Minusgraden Fehlfunktionen auf. In diesen Fällen muss man Lithium-Batterien einsetzen. Es gibt neuerdings AKKUs die extreme Kälte aushalten: mal nach "Eneloop" schauen
Zum Gerät (Garmin ETREX 30) siehe auch meine: Rezension  oder hier: Rezension von Joachim Bardua

GPS-Navigation und GPS-Systeme

Bei der Benutzung eines GPS-Gerätes scheiden sich die Geister. In gewisser Weise technisch sind sie alle, also Grundkenntnisse im Umgang mit Dateien/Geräten/EDV muss vorhanden sein.

Es gibt Geräte mit Touchscreen, diese sind relativ bedienerfreundlich und mit großem Bildschirm aber die Batterielaufzeiten sind nicht gigantisch und die Anzeige der Karte im reinen Sonnenlicht ohne Hintergrundbeleuchtung (Translumineszenz) ist oft unbefriedigend. Ich benutze das Etrex 30 von Garmin (ca. 250 €), klein handlich und ein Satz Batterien hält 2 Tage (16-25 Stunden). Mit Akkus gut 1 1/2 -2 Tage je nach Außentemperatur.

GPS-Geräte sollten handelsübliche AA-Batterien/Akkus benutzen da dann das Auswechseln leerer Batterien einfach ist im Gegensatz zu Smartphones. Das Display ist etwas kleiner als das anderer Geräte jedoch lässt es sich hervorragend im Sonnenlicht ablesen - das spart Batterie.

Natürlich braucht man dazu Kartenmaterial. Das von Garmin ist gut aber teuer, wobei es in den letzten Jahren deutlich günstiger geworden ist. Dann gibt es kostenloses Kartenmaterial (aus dem OpenStreetMaps-Projekt) mit Installer für Garmingeräte auf http://www.wanderreitkarte.de. Und noch etwas: Die oft im Bundle mit dem Gerät erhältliche Topo Deutschland light von Garmin (ein Bundesland gratis) taugt nicht viel. Da sollte man sich nicht zuviel von versprechen. Siehe auch  meine Seite Karten-Tricks. Dort sind viele Hintergründe näher erklärt.

Das Navigieren ohne vorher geplanten und auf das Gerät geladenen Track ist sehr schwierig und kann nur ein Notbehelf sein da einfach die Übersichtlichkeit auf dem kleinen Display fehlt. Auch ein Autorouting mit Abbiegehinweisen ist zwar möglich (Garminkarten sind autoroutingfähig) aber praktisch nicht realisierbar. Das Gerät kennt nicht die schönsten Wege sondern navigiert so schnell wie möglich auf breite Straßen um schnell ans Ziel zu kommen. Selbst wenn man gewisse Strassen als Vermeidekriterium eingibt funktioniert es nicht wirklich (für Reiter! - bei Fußgängern und Fahrradfahrern sieht das vermutlich anders aus).

Andererseits wer will das wirklich, vom Navi dumm von der Seite angequatscht zu werden?? Beim Planen auf der Karte am Computer sollte man ein Augenmerk auf die Höhenmeter haben, damit man zu steile Wege erkennen kann. Höhenangaben gibt es jedoch nur auf den Garminkarten, nicht auf der OSM-Karte für Garmingeräte von Wanderreitkarte.de. Die in der online-Version auf www.Wanderreitkarte.de angezeigte Karte enthält dagegen Höhenwerte, diese lassen sich auch in ein Höhenprofil ausgeben wenn man einen Track erstellt, oder hochgeladen hat.

Zum Zeichnen von Tracks am Computer und Aufspielen dieser Tracks und der Karten auf das Gerät braucht man eine kostenlose Software, von Garmin z.B.
  • Basecamp, die aktuelle Version hier: Download, oder das alte einfachere

  • Mapsource: Download nur noch hier (Version 6.16.3 von meiner Seite) - Garmin hat diese Version von der Support-Seite genommen. Mapsource ist seit 2010 nicht mehr weiter entwickelt worden läuft aber auch unter Windows 10.

    Basecamp hat viel nutzlosen SchnickSchnack jedoch auch eine 3D-Ansicht für Karten die dies unterstützen und kann alle aufgezeichneten Tracks in einer Datenbank verwalten (hier ist ein externes Backup der Datenbank unerlässlich - nicht auf die Backupfunktionen von Bascamp verlassen - die ist unzuverlässig)

 

 Mit beiden kann man einfach geplante oder gerittene Tracks in Google-earth auch in 3D anzeigen lassen. Dazu muss Goggle earth (Download) installiert sein. Das sieht dann so aus wie auf folgendem Bild:



Darstellung eines Tracks im Gebirge in 3D in google earth

Nähere Infos über die technischen Hintergründe von Tracks und Wegpunkten und deren GPS-Koordinaten am Ende dieses Beitrages!

Wenn man Garmin-Karten nutzen möchte mussten diese bis etwa 2015 auf der Garmin Website für ein speziell zu benennendes Gerät registriert werden und konnten nur auf diesem und am Computer uneingeschränkt genutzt werden. Geht das Gerät verloren ist auch die Karte weg und nur noch eingeschränkt (nur noch die SD-Karte in einem Gerät bzw. die DVD auf dem Rechner) nutzbar. Im Verlustfalle kann man sich an den Garmin Support wenden und darum bitten, die Registrierung auf das verlorene Gerät freizugeben und auf ein neues Gerät zu registrieren. Früher war Garmin da sehr pingelig, das scheint sich mittlerweile allerdings etwas verbessert zu haben.

Diese Karten beinhalteten bis einschließlich 2012 eine DVD zur Installation auf dem Rechner sowie eine Micro-SD-Karte zur Nutzung in jedem Garmingerät mit SD-Kartenslot. bis 2015 gab es noch Update-DVDs auf die Topo 2012. Seit der Topo Deutschland V7 (2015) gibt es sie nur noch auf Micro-SD-Karte. Sie kosten (z.B. Topo DE V7 Pro) ca.129 Euro. In amazon und auf anderen Plattformen kann man öfters eine solche SD-Karte relativ günstig kaufen. Dabei allerdings Vorsicht!

Ist es wirklich eine Original Micro-SD-Karte dann kann man sie bedenkenlos kaufen, sie lässt sich aber nur im Gerät nutzen, enthält eine GMAPPSUPP.IMG und eine Freischaltdatei die mit der Hardware-ID der Micro-SD-Karte verknüpft ist. Die Entsperrung erfolgt somit über die Hardware-Codierung der SD-Karte. Seit Mitte 2015 verkauft Garmin keine installierbaren DVDs mehr. Eine Anzeige auf einem Computer geht dann nur noch über die in ein Garmingerät oder einen SD-Kartenleser eingelegte und an den Computer angeschlossene SD-Karte. Eine Übertragung von Teilbereichen der Karte auf das Gerät ist nicht mehr möglich - mit allen verbundenen Nachteilen
. Auf der Seite Karten-Tricks beschreibe ich wie man die Micro-SD-Karte dennoch legal auf dem PC installieren kann.

Ist es aber keine Original Micro-SD-Karte dann läuft sie nur in Geräten mit Baujahr vor 2015. Das ist dann eine illegale Kopie von der der Sperrcode entfernt wurde. Die neueren Geräte erkennen dann die kopierte Karte und zeigen sie nicht an da die Hardware-ID der SD-Karte nicht mit der, in der Karte hinterlegten übereinstimmt.


Noch findet man manchmal Angebote für Karten mit DVD aber es wird immer schwieriger Topo- oder auch Straßenkarten mit DVD zur Installation auf dem PC zu erhalten. Ich hatte noch ein Update der Topo 2012 auf die Topo Deutschland V6Pro mit DVD ergattert. Aber leider hat das update-Programm behauptet, ich hätte nicht die Voraussetzungen für ein Update (obwohl ich sie hatte) Habe sie dann reklamiert und zurück geschickt. Der Garmin support hätte mir diese Karte zwar freigeschaltet, aber ich wollte nicht mehr. Ich habe von Garmin die Auskunft erhalten, dass diese DVD-Versionen eingestellt werden.

Die neuen "Nur-SD-Karten"-Versionen sind zwar viel günstiger und können auch über Kartenleser/GPS-Gerät am Computer angezeigt werden aber im Gerät blockieren sie den einzigen Steckplatz und ein Benutzen von anderen Karten (OSM, andere Länder) ist sehr viel schwieriger wie und warum ich nachfolgend erkläre. Diese Praxis von Garmin hat den Hintergrund, dass Hardware-Verschlüsselungen auf der SD-Karte eine Nutzung des Mediums nur einmal (gleichzeitig) ermöglichen. Dadurch müssen weniger Lizenzgebühren abgeführt werden und die Karten können günstiger angeboten werden (vorher waren illegale Kopien der Garminkarten an der Tagesordnung, nachher allerdings auch, nur funktionieren sie in neueren Geräten nicht mehr wegen dem Hardlock). Es entfällt für den user auch die komplizierte Registrierung der Karte über die Garmin Website auf nur EIN GPS-Gerät.

Der Vorteil von Karten, die auf dem Computer installiert und bei Garmin registriert sind, ist, dass man eine willkürliche Zusammenstellung einzelner Kartenbereiche erstellen und in einer oder mehreren Dateien auf dem Gerät speichern kann. Wie dies gemacht wird, erkläre ich ausführlich auf der Seite Karten-Tricks. Dies macht die Software automatisch nachdem man das Laufwerk ausgewählt hat. So erreicht man z.B. im Grenzbereich De/FR/CH, dass alle drei Karten nahtlos zu sehen sind. Würde man ausschließlich die SD-Karte benutzen dann müsste man bei Grenzübertritt jeweils eine andere Karte einlegen.

Nutzt man die OSM-Karte von Wanderreitkarte.de dann ist das nicht so problematisch weil es diese grenzüberschreitend gibt. Von Garmin gibt es an grenzüberschreitenden Karten meines Wissens nur die Alpenregion DACHIT (Deutschland, Schweiz, Österreich, Italien). Aber auch hier Vorsicht beim Kartenkauf. Es werden teilweise OSM-Karten, die eigentlich gratis zu erhalten sind, als Garminkarten ausgegeben und teuer verkauft. Es heißt dann im Text zum Beispiel: Topokarte für Garmin DE, AU, CH, IT ! (für Garmin statt von Garmin). Weiter unten ein Beispiel dazu!

Grundsätzlich haben alle Karten ihre Berechtigung und ergänzen sich in der Regel. So kann man auch eine Garmin SD-Karte für Deutschland in den SD-Kartenslot und mehrere OSM-Kartenkacheln im internen Speicher des Gerätes ablegen. Der ist allerdings nicht so groß und irgendwann voll. Eine topografische Karte von z.B. ganz Deutschland kann schnell 4-5 GB Größe benötigen.


Benutzerdefinierte Karten


Die benutzerdefinierten Kartendateien werden in Mapsource oder Basecamp aus Kacheln zusammengestellt und erhalten beim Abspeichern immer den Namen GMAPSUPP.IMG. Am Besten gibt man dabei als Zielgerät nicht das Garmin Gerät sondern einen Kartenleser mit eingelegter SD-Karte oder einen USB-Stick an, da das Abspeichern dann viel schneller geht. Will man man mehrere Karten zusammenstellen um diese im Gerät einzeln aktivieren/deaktivieren zu können dann benennt man diese Datei um in z.B. “OSM_DE_SUED.img” bevor man sie auf das Gerät in den Ordner GARMIN kopiert. Alle Karten in diesem Ordner werden beim Start eingelesen und können im Kartenmenu des Gerätes einzeln deaktiviert werden. Auch im internen Speicher des Gerätes gibt es einen solchen Ordner.

ACHTUNG! Will man mehrere Karten parallel nutzen, dann immer alle Karten umbenennen da die Software natürlich beim Speichern auf das Gerät eine evtl. schon vorhandene GMAPSUPP.IMG überschreiben würde, und das kann, z.B. im Urlaub, fatale Folgen haben.

Die Anzeige von mehreren Karten derselben Region auf dem Gerät (die gleichzeitig aktiviert sind) ist nicht möglich. Es wird immer die “oberste” Karte angezeigt. Man muss sich das so vorstellen, dass die Kartendateien eine nach der anderen eingelesen werden und die zuletzt geladene Karte ist dann “oben”. Deaktiviert man sie im Kartenmenu des Gerätes wird die “darunter” liegende angezeigt (das hat nichts mit dem Dateinamen sondern mit dem internen Index der Karte zu tun, lässt sich also durch Umbenennen nicht beeinflussen). Im Prinzip ist es sinnlos mehr als eine Karte derselben Region zu aktivieren jedoch habe ich keine Performance-Einbußen feststellen können. Vermutlich befinden sich die nicht angezeigten Karten nicht im RAM-Speicher des Gerätes.

Datenmanagement im Garmin-Gerät


Schließt man ein Etrex 30 oder eine anderes Garmin GPS-Gerät an den Computer an, dann öffnen sich nach einer kurzen Wartezeit Ordnerfenster wie folgt:



Ordnerstruktur im Garmin Etrex 30


1. Das Garmingerät (interner Speicher - hier Laufwerk E:).

  • In den Ordner ..\Garmin gehören die Karten, in den Unterordner ..\Garmin\gpx gehören Tracks und Wegpunkte.

  • In ..\GARMIN\gpx\Archive befinden sich die alten Trackaufzeichnungen diese können jeweils am Anfang eines neuen Tages automatisch archiviert werden oder manuell, je nach Einstellung.

  • In ..\Garmin\gpx\Current befindet sich die aktuelle Aufzeichnung.

  • 2. Der externe Speicher (micro-SD-Karte - hier Laufwerk G:) enthält bei mir nur die Karten, wie man oben sieht einige verschiedene IMG-Container, die auch aus verschiedenen Karten zusammengestellt sein können.

    So enthält z.B. DEs_CH_AU-Teil.IMG Ausschnitte der Garminkarten Deutschland Süd, Schweiz und einen Teil von Österreich. Man sollte darauf achten, dass niemals OSM-Karten und Garmin-Karten in einer IMG-Datei gemischt werden da Garminkarten in der Regel einmal gekauft werden während man eine OSM-Karte alle paar Monate über das Internet aktualisieren kann/sollte. Würde man die beiden Kartenvarianten mischen, was ohne weiteres geht, dann müsste man bei einer Aktualisierung der img-Datei auch die nicht veränderten Karten wiederum mit dem Kartenwerkzeug der Software auswählen und den Datensatz erstellen. Das wäre Unsinn und dauert auch relativ lange.

    Die *.gma- bzw *.unl-Dateien die man oben sieht sind übrigens die Freischalt-(unlock)-Dateien der geschützten Garminkarten. Fehlt eine dieser Freischaltdateien dann zeigt das Gerät NICHTS an, auch keine OSM- oder andere kostenlosen ungeschützen Karten im selben IMG-Container. Diese Unlock-Dateien werden beim Erstellen eines IMG-Containers ebenfalls im Ordner GARMIN erzeugt und müssen mit auf das Gerät kopiert werden.

     

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    Welche Karten soll ich nutzen?

    Offizielle Karten von Garmin oder kostenlose aus dem OSM (OpenStreetMaps) Projekt? Alle Kartenvarianten sind unterschiedlich aber haben in gewisser Weise alle ihre Berechtigung Die aus offiziellen Quellen der Landesvermessungsämter stammenden Garminkarten enthalten z.B. Wege die es seit ewigen Zeiten nicht mehr gibt. Irgendwann einmal kartografiert und dann vergessen sind sie inzwischen zugewachsen, unpassierbar und aufgegeben. Ich bin schon mal fast im Moos-Moor versunken auf so einem Weg. Andererseits sind die Garminkarten sehr übersichtlich, die Farbgebung angenehm was sich beim Betrachten auf den kleinen Displays sehr vorteilhaft auswirkt. Dann sind, zumindest die Topokarten ab 2011 3D-fähig, was in bergigen Regionen sehr hilfreich ist und sie sind routingfähig.

    Auf den OSM-Karten leidet manchmal die Darstellung von größeren Bereichen, an Unübersichtlichkeit da Wegpunkte auf verschiedenen Zoom-Levels sichtbar sind und dann die Ansicht mit zu vielen zu großen Beschriftungen überdeckt wird. Außerdem sind auf den OSM-Karten nur Wege und Punkte erfasst, die irgend ein Nutzer irgendwann einmal eingetragen hat. Ich arbeite auch an dieser Karte aber in Regionen die noch niemand bearbeitet hat fehlen dann eben auch die Informationen. Andererseits sind Wege wenn sie eingezeichnet sind meist auch passierbar. Aussderdem erkennt man teilweise die Wegbeschaffenheit (Teer/Schotter/Wiese etc.) an der Wegfarbe, oftmals sind Durchgangsbeschränkungen (Drehkreuze,Schranken), Brücken, Treppen, Reitverbote bzw. Markierungen für Wege die für Pferde unpassierbar sind, eingetragen ...

    Beim Kauf von Karten für GPS-Geräte muss man etwas kritisch hinschauen. So bieten z.B. einige Anbieter im amazon marketplace folgendes und ähnliches an:

    links: Unter dem Angebot:

    TOPO für Garmin Deutschland Österreich Frankreich Schweiz Italien Alpen Karte+EUROPA 16GB /ALLE Garmin-Geräte /MicroSDCard/WORLDWIDE + ORIGINAL von *********

    erhält man eine Micro-SD-Karte (Kostenpunkt ca. 7 Euro) und eine OSM-Karte Europa (Kostenpunkt gratis bei z.B.  www.wanderreitkarte.de) zum stolzen Preis von 69,90 Euro

    Erst wenn man die Rezensionen liest stößt man manchmal auf den Hintergrund dieser Abzocke...

    oder diese Angebote, erscheinen genauso fragwürdig


    Anklicken zum Vergrößern Anklicken zum Vergrößern

    Ich kenne den Inhalt dieser und anderer Angebote nicht, vielleicht ist das Kartenmaterial ja nicht schlecht, angeblich soll die Karte sogar routingfähig sein, allerdings wage ich bei dem Preis zu bezweifeln, dass es sich um offizielles (offiziell heißt: der Landesvermessungsämter) Kartenmaterial von 4 Ländern handelt und es wird eindeutig vorgetäuscht es sei eine Garminkarte. Man muss da schon sehr genau hinschauen (für Garmin - nicht von Garmin) um es zu bemerken. Das macht dann wirklich misstrauisch was die Qualität angeht. Nicht, dass OSM-basierte Karten schlecht sind, aber normalerweise eben gratis!

    z.B. heißt es im Angebot "mit Höhenlinien", das heißt nicht, dass die Höhenangaben in der Karte hinterlegt sind und dann könnte man auch kein Höhenprofil abrufen, weder auf dem Computer bei der Planung noch im Gerät. Mit Höhenlinien heißt nur, dass diese sichtbar sind. Das ist in meinen Augen versuchter Betrug.

    Also Augen auf - beim Kartenkauf




    Genauere Erklärung der Hintergründe der GPS-Navigation


    (nicht Erschrecken - für die normale Nutzung benötigt man diese Infos nicht)

    Benutzerdefinierte Wegpunkte und Tracks, wie man sie mit den Zeichen- und Kartenwerkzeugen der Kartensoftware erstellen kann oder wie sie das GPS-Gerät während der Bewegung anzeigt und aufzeichnet, bestehen aus Koordinaten in folgender Form. Grad (°) Minuten (‘) Sekunden (“) nördlicher Breite und westlicher Länge (für Deutschland).

    Ein Wegpunkt beschreibt einen einzelnen Punkt (z.B. eine Wanderreitstation), ein Track besteht aus einer Abfolge von Punkten, die durch eine Linie verbunden sind. Diese Tracks sind reine Textdateien, die nur aus diesen Koordinatenpunkten und Zeitangaben bestehen und mit jedem Editor editiert werden können.

    Dabei gibt es in unterschiedlichen Programmen/Systemen verschiedene Arten diese Koordinaten anzugeben.

  • In Grad - Minuten - Sekunden oder

  • in Grad - Minuten,xxxx oder

  • Grad,xxxxx wobei xxxx eine Dezimalzahl ist


  • Die Koordinaten 47° 39’ 4,8” 47° 39,08’ und 47,65133333° beschreiben den selben Teil des gleichen Koordinatenpunktes.

    Garmin-Wegpunkte werden mit den Koordinaten N47.6513333333333 E9.46395 das heißt 47,651... Grad nördlicher Breite und 9,46395 Grad östlicher Länge eingegeben. (wobei nördlich vom Äquator und östlich von Greenwich bedeutet).

    Ruft man einen Wegpunkt in Mapsource auf und lässt sich die Koordinaten mit “Eigenschaften von Wegpunkt” anzeigen dann gibt das Programm diese in der Form oder N47 39.080 E9 27.837 aus. Dieser Punkt liegt in Friedrichshafen am Bodensee.

    Umrechnungstabelle für GPS-Koordinaten in verschiede Systeme

    Um die unterschiedlichen Systeme ineinander und in die eigenwillige Garminform (mit N und E in einer Zeile) umzurechen habe ich eine Exceltabelle entdeckt und modifiziert die man von meiner Seite herunterladen kann. Diese kann auch die Entfernung zwischen 2 Punkten errechnen wobei die Koordinatenangabe in jedem der drei o.g. Formen vorliegen kann.

    Stand 03/2017 - wird gegebenenfalls verändert oder erweitert

    ergänzende Informationen zu dem Thema auf den Seiten karten-tricks und gpx-tricks


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