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Der ViaSbrinz-Gebirgsritt orientiert sich an den alten Pfaden auf denen Säumer früher, bis zum Bau des ersten Eisenbahntunnel durch die Alpen, Waren (z.B. Käse) auf Packpferden von der Schweiz nach Italien brachten und zurück dann Wein und Getreide von Italien in die Schweiz. "Der reife Hartkäse, der heutige «Sbrinz», wurde im späten Mittelalter zum Exportschlager der Innerschweiz auf den norditalienischen Märkten. Nicht zuletzt dank ihm entwickelte sich der Saumpfad über den Grimsel - und Griespass nach Domodossola zur gut ausgebauten Handelsroute. Alte Wege mit viel Charakter und eine einmalige Gebirgslandschaft machen die ViaSbrinz heute zum unvergesslichen Wandererlebnis." Dabei gingen die Säumer durchschnittlich 70km am Tag und übernachteten unterwegs in den Bergen in Hütten, befestigten Lagern und einem Kloster. An einigen dieser ehemaligen Übernachtungsplätze kamen wir auf dem Ritt vorbei. Es gab früher zwei Routen über die Alpen die Sommerroute, der wir folgen werden und die Winterroute die über weniger Höhenmeter, vorbei am Sarnersee und dem Lungerersee, über den Brünigpass nach Innertkirchen führte. Endpunkt beider Strecken war das italienische Domodossola.

An der Grenze: Reiter aus der EU benötigen zum Grenzübertritt mit ihren Pferden einen Freipass (ZAVV Formular 11.74, Pferdepass mitführen) und müssen ca 205 Euro Kaution (für 4000CHF Wert des Rosses) hinterlegen. Dieser Freipass gilt dann für beliebige Grenzübergänge, 2 Jahre lang, kann noch einmal verlängert werden. Manche Zollstellen verlangen für vorübergehend eingeführte Pferde anlässlich eines "Spazierrittes" eine Einladung des Veranstalters mit Datum , Dauer und Name des Pferdes. Peter sagt, das sei rechtlich nicht abgesichert aber vielleicht sollte man, um Probleme zu vermeiden, da einfach vorbeugen und eine Email vorlegen können. Möchte man die Kaution zurück haben, muss man während der Zollöffnungszeiten die Grenze in Richtung EU passieren und das Dokument beenden lassen (ZAVV Formular 11.87). Erstmalige Ein- und letztmalige Ausreise sind natürlich an Grenzübergänge mit Zollabfertigung (z.B. Erzingen/Klettgau oder Thayngen) gebunden. Erste Übernachtung kann in der Nähe von Schaffhausen stattfinden, damit Peter beim Ausfüllen des Dokumentes helfen kann, die zweite Übernachtung ist in Ennetmoos in einem Pilgerzimmer am Jakobsweg (Pferde stehen am Murmatthof). Beide Übernachtungen (je ca. 70-100 CHF) sind nicht im Pauschalpreis des Rittes enthalten. Vor dem Losreiten, also entweder Freitag abend oder Samstag morgen, müssen die Gespanne für den Rücktransport der Pferde durch den Gotthardtunnel gefahren werden (4-5 Stunden). Freitags ist meistens zu viel Stau in Richtung Italien also fahren wir Samstag früh (3 Uhr aufstehen) und frühstücken dann um ca. 8 Uhr, nachdem wir wieder zurück sind. Die Rückreise muss wiederum durch den Gotthardtunnel oder über den Pass erfolgen. Bei viel Verkehr aus Richtung Süden ist die Tunneleinfahrt Airolo gesperrt und man muss erstmal 10km nach Süden fahren um sich dann entweder in der Schlange einzureihen - oder man fährt neben der Autobahn her und über den Gotthardpass. Da der Verkehr durch den Tunnel in der Durchflussmenge begrenzt ist kann das Warten in der Schlange 1-3 Stunden dauern. Muss man während der Zollöffnungszeiten an einem Samstag (bis 12 Uhr) ausreisen dann wird es u.U. knapp.

Nachfolgend eine Gesamtübersicht über den Trail. Er wird als geführter Ritt von Peter van der Gugten (extremtrail.ch, E-mail: info@alpentrekking.ch) angeboten  und führt über die 4 großen Alpenpässe Jochpass (2210m) am 2.Tag, Grimselpass (2200m) am 4. Tag, Griesspass (2479m) am 6.Tag (5.Reittag), und Passo San Giacomo (2250m) am 7.Tag (6. Reittag) sowie über insgesamt 135km vom Vierwaldstättersee bis nach Riale (Italien) und wieder nach Allacqua im Bedrettotal (Schweiz). Der 5. Tag war ein Ruhetag. An diesem haben wir bei schönem Wetter einen 20km-Ritt im schönen Rhonetal nach Geschinen gemacht, bei dem die Pferde auch mal ein bisschen mehr galoppieren konnten. Diesen Ritt habe ich hier nicht beschrieben da er zu einfach war und - es war ja ein Ruhetag! Ansonsten hatten wir ein Trossfahrzeug fürs Gepäck und Peter, unser Trossfahrer (er hieß auch Peter) hat uns abends immer die Koppeln aufgebaut, Heu organisiert, überall geholfen - ansonsten hat er viel gute Laune verbreitet.

1.Tag: Wir reiten von Ennetmoos erstmal 245m hoch Richtung Stanserhorn (das ist ein Fitness-Check für die Reiter und Pferde), dann oberhalb Stans entlang ins Tal der Engelberger Aa.



in 3D sieht das dann so aus - die eigentliche ViaSbrinz führt unten im Tal über Teerwege


In diesem Tal führt der Wanderweg (die ViaSbrinz) über geteerte Wege daher steigen wir erst relativ spät vom westlichen Hang hinunter ins Tal, das wir bei Wolffenschiessen erreichen. Dann geht's erst auf Teer- dann auf Waldwegen an der Engelberger Aa entlang bis Engelberg. Hier übernachten wir in einer Zivilschutz-Gemeinschaftsunterkunft. Im benachbarten Gasthof essen wir abends.

Die folgenden Handybilder sind ein paar Gruppenbilder von Peter van der Gugten, von seiner Facebook - Seite.

 


Tag 2:  Jochpass - Engstlenalp

Am 2. Tag reiten wir gleich bergan, unter einer Seilbahn durch und stetig bergan bis zum Trüebsee, an dem wir eine Pause machen. Hier ist die Talstation der Joch-Seilbahn. Nach der Pause weiter den Berg hinauf bis zum Jochpass auf 2207m. In der Bergstation der Seilbahn machen wir die zweite Rast. Vom Jochpass geht es dann weiter zum Engstlensee und hinunter auf die Engstlenalp, wo wir im Berghotel Engstlenalp übernachten. Am Abend gibt es die traditionelle Alphornvorführung und einen herrlichen Sonnenuntergang.

 

Tag 3: vor dem Abritt auf der Engstlenalp (Gruppenbild mit Muli und Wirt)


3. Tag: Wir reiten/laufen abwärts auf der Zubringerstraße der Engstlenalp bis zum Landgasthof Tännler, wo wir eine Pause einlegen. Danach weiter, teilweise neben der Straße bis nach Innertkirchen, durch den Ort hindurch und langsam wieder aufwärts in Richtung Guttannen. Dabei überschreiten wir einen kleineren Pass, den Passo del Soleggo. Von diesem Tag fehlt meine GPS-Aufzeichnung da das Gerät irgendwie und warum auch immer, nicht eingeschaltet war. Dadurch kann ich die genaue Position der einzelnen Bilder nicht mehr nachvollziehen. Der GPS-Track im Download ist ein alter Track von Peter aus dem Jahr 2010. So kann ich auch den genauen Ort dieses Passes nicht angeben da er in keiner Karrte eingezeichnet ist. Ich vermute ihn bei dem Ort Indri Urweid, oder kurz vor Boden/Guttannen zumindest ist dort auf dem Weg jeweils ein höchster Punkt eingezeichnet. Hinter Boden wechseln wir auf die andere Talseite der Aare und erreichen kurz darauf Guttannen.

4.Tag:  Wir reiten weiter die Aare entlang, links und rechts steil aufsteigende Bergwände, vorbei an Handegg, dem Säumerstein, Alpersulz bis zur Staumauer des Räterichsbodensee. Da es regnet und neblig ist können wir nicht den Wanderweg am See entlang nehmen denn er führt über ein Stück schräge Felsplatte, die jetzt zu rutschig ist für die Pferde. Also über die Staumauer und auf der Grimselpassstraße hinauf zum Grimselsee, vorbei am  Grimsel-Hospiz, heute ein Hotel, früher eine Säumerstation. Weiter die Passstraße hinauf zum Grimselpass auf 2164m Höhe. Im dortigen Gasthof machen wir eine längere Pause während die Pferde im strömenden Regen stehen. Da der Regen immer heftiger wird müssen wir dann doch irgendwann weiter, also rein in die inzwischen trockenen Regensachen und wieder raus in den Regen. Am Totensee entlang steigen wir wieder weiter auf, bis wir unsere höchste Stelle mit 2200m erreichen. Danach geht es 800m hinunter ins Rhonetal nach Oberwald. Ein Teil der Pferde steht in Oberwald in einem leeren Kuhstall, ein Teil auf einer Koppel in der Nähe des Freizeitparks und Husky-Camps. Ich wähle für mein Warmduscher-Pony den trockenen Kuhstall mit Offenpaddock und 3 Eseln daneben.

Der nächste Tag ist "Ruhe"tag mit einem 20km-Ausritt in einen Gasthof Rhoneabwärts in Geschinnen. Abends essen wir in einem Grillrestaurant ein paar Orte weiter. Es war übrigens an diesem Tag bestes Wetter. Mein Pony war nur schwer in der Gruppe in langsamem Galopp zu halten, ist er doch in den letzten 4 Tagen ausschließlich hochkonzentriert und im Schritt gelaufen. Und dann so eine schöne Ebene mit teilweise Wiesenwegen. Auf dem Rückweg schert Peter plötzlich aus der Gruppe aus die rechts abbiegen wollte und galoppiert los. Ich natürlich gleich hinterher und noch jemand hinter mir - wir haben die Pferde laufen lassen, sind dann im Bogen zurück galoppiert um den Rest der Gruppe von vorne zu treffen. Die anderen waren sauer weil sie daraufhin nur Schritt gehen konnten. Also haben wir alle den schönen Galoppweg nochmal galoppiert und dieses Mal hatte ich keinerlei Problem mein Pony in der Gruppe zu halten. Der kurze Renngalopp hat genügt ihn zufrieden zu machen - hat er doch mit dem Pferd des Rittführers, dem Chefpferd also, mithalten können. Irgendwie ist er süß. Sobald wir in einer solchen Gruppe reiten, hängt er sich sofort an die Spitze möglichst nahe hinter das Führpferd und gibt die ganzen Tage diese Stelle nur ungern ab. Wenn ich mal aus organisatorischen Gründen hinten reiten muss und die Notwendigkeit vorbei ist, bemerke ich wie er stetig immer weiter nach vorne zieht bis er wieder vorne läuft. So ist er halt...

Tag 5: Fresspause am Griespass (2459m) mit Griesgletscher und Gletschersee - vor 10 Jahren ging der Gletscher noch fast bis zum See!


5. Reittag: Wir werden raus zu den Pferden gefahren und putzen, satteln und während die Anderen der Gruppe vom Camp bis zum Kuhstall reiten fängt es wieder an zu regnen. Wir reiten hinein ins Ägenetal zwischen Blashorn und Bochtehorn hindurch bis zum Griessee auf 2449m. Die erste Strecke reiten wir entlang der Nufenenpassstraße, später ein Stück auf dieser, um dann kurz vor dem Pass nach rechts Richtung Griespass abzubiegen. Am und unterhalb des Griessees stehen Windräder, es ist fast mystisch sie aus dem Nebel auftauchen zu sehen. dann passieren wir die Staumauer des Sees und sehen die Wolken sich an dieser stauen, hinüberschwappen, vom Wind aber immer wieder nach Norden, in das Tal aus dem wir kommen, getrieben werden. Hier oben haben wir freie Sicht auf den See, den Griesgletscher und das Bergmassiv dahinter. Bättelmatthorn und Rothorn zur Linken und Füllhorn und die Ritzhörner zur Rechten des Gletschers. Dann folgt der enorme Abstieg über knapp 800m  hinab nach Riale. Kurz hinter dem Griespass haben wir die Grenze nach Italien überschritten. Das erste sehr steile Stück führt uns hinunter zum Lago di Morasco (1845m), danach noch einmal 115m tiefer durch das Val di Morasco, hier weiden Kuhherden. Kurz vor Riale durchqueren wir den F.Toce, der viel mehr Wasser führt als üblich, vermutlich wurde dieses aus dem Stausee wegen der Regenfälle abgelassen.  Der Bach/Fluß führt direkt an der Pferdekoppel vorbei, die auf der anderen Flußseite aufgebaut ist. Riale selbst ist ein künstlicher Ort, der alte Ort liegt auf dem Grund des Lago di Morasco. Kirche und einige Häuser wurden unterhalb der Staumauer neu erbaut. Das Gasthaus in dem wir übernachten scheint allerdings schon immer hier gestanden zu haben.

 


 

Tag 6:  Nach dem Passo Giacomo - vor dem Abstieg ins Bedrettotal - der Berg ist der Pizzo San Giacomo (2924m)

 

6. Reittag: Für heute ist Schneefall und 0-2 Grad angesagt. Ich packe mal vorsichtshalber meine Winterhandschuhe ein, ansonsten belasse ich es bei meiner Jeansjacke und einem Baumwoll-Rolli mit langen Ärmeln - ich will ja nicht schwitzen! Zur Not habe ich noch eine Fleecejacke in der Satteltasche. Wir reiten heute nach dem Frühstück auf einer unbefestigten Straße hinauf zum Lago Toggia. Direkt unterhalb der Staumauer steht die Refugio Maria Luisa auf der Alpe Toggia. Hier genehmigen wir uns im Schnee einen Punsch - hilft sehr gegen innere Kälte und danach geht es easy hinauf zur Staumauer, am See entlang und wir erklimmen das letzte Stück bis zum Passo San Giacomo (2254m), der sich genau auf der Grenze zur Schweiz befindet. Hier oben schneit es jetzt deutlich. Wir queren ein kleines Sumpfgebiet und machen danach eine Fresspause für die Pferde. Ein Duplo muss neu aufgenagelt werden und bis wir wieder fertig zum Weiterreiten - besser abwärts gehen - sind, kommt die Sonne raus. Was bin ich froh, dass ich keine Winterjacke angezogen habe! Der Abstieg ins Bedrettotal ist steil, rutschig und lang, aber wir haben Zeit. Unser Trossfahrzeug kam morgens wegen des Schneefalls nicht über die gesperrten Pässe und wird erst nach uns in AllAcqua eintreffen. Also genießen wir den Abstieg mit Blick auf die Bergwelt die wir schon morgen verlassen müssen.


Höhenprofil des Trailrittes

Hier nochmal die Daten im Bild oben als Text:

1.Tag - 987m hoch, 557m runter, 25,6km, 4h34', 2h37' Pause
2.Tag - 1330m hoch, 402m runter, 13,8km, 3h 04', 3h59' Pause
3.Tag - 804m hoch, 1580m runter, 22,9km, keine Aufzeichnung
4.Tag - 1293m hoch, 961m runter, 30,3km, 6h22', 3h22' Pause
5.Tag - Pausentag 19,4km, max.Geschwindigkeit 32 km/h (das ist noch langsam! Pony war dann doch wohl ein bisschen müde?)
6.Tag - 1353m hoch, 999m runter, 27,9km, 5h22', 2h43' Pause
7.Tag - 645m hoch, 747m runter, 14,7km, 3h15', 2h02' Pause

gesamt (ohne Tag 5):  6412m hoch, 5246m runter, 135km, 22h40' Reitzeit ohne Pausen (ohne Tag 3)
das sind 11658 Höhenmeter bei 6 Tagen entspricht einem Schnitt von 1943 HM/Tag bei 22,5km/Tag

im Vergleich:
ViaClaudiaAugusta 2012 (Reschenroute Alpen 7 Tage - geführter Ritt): 1450 HM Durchschnitt/Tag bei 25,4km/Tag
Vogesenritt 2013 (7 Tage - eigene Planung): 2148 HM/Tag bei 27,4km/Tag
Pyrennäen Andorraritt 2013 (6 Tage - geführter Ritt): 1668HM/Tag bei 22,3km/Tag
Pyrennäen 2014/15 nur die Hochgebirgswoche (6 Tage - geführter Ritt): 1271 HM/Tag bei 16,1km/Tag
ViaSbrinz 2017: 1943 HM/Tag bei 22,5km/Tag

Zum Abschluss dieser Übersicht über die Tour: Noch nie in meinem Leben habe ich einen Ritt in so schlechtem Wetter, so genossen wie diesen. Es bewahrheitet sich mal wieder der dumme Spruch - es gibt keine schlechtes Wetter - nur unpassende Kleidung! Aber genau das ist der Punkt. Kleidung nach dem Zwiebelprinzip, Regenchaps, Regenmantel der über alles Gepäck geht, wasserdichter Lederhut (mit Plastiküberhut) damit einem das Wasser nicht in den Hals läuft, unbedingt einen Sattelregenschutz der schnell befestigt werden kann. Einzig meine nassen Schuhe/Füße bedürfen jetzt noch etwas der Kleidungspflege. Lederschuhe sind zwar relativ dicht aber der Regenmantel, die Regenchaps enden über den Schuhen und so saugt sich das Wasser dann von unten bis zum Knie. Das ist zwar nicht wirklich schlimm da durch die winddichten Chaps die Beine nicht kalt werden können - aber eklig! Werde mich mal nach Überschuhen für Biker umschauen. Vielleicht hilft das die Lederschuhe trockener zu halten.

 

In den Bergen ist schlechtes Wetter nicht nur schlecht - es ist mystisch, Nebelschwaden verhüllen und zeigen die Bergwelt, die Farben sind satt, die Pferde sind gut drauf da es nicht so heiß ist. Immer wieder kommt blauer Himmel und die Sonne durch, manchmal nach einer Staumauer die den Nebel zurückhält. Man schaut von oben auf die Wolken und und und - ich habe mich wirklich wohl gefühlt. Was man auch an den vielen Bildern sieht - einzig die Wassertropfen auf der Linse nach längerem Regen oder Schnee trüben die Bilder an manchen Stellen - aber auch das ist das Leben!

 

Zum Rittführer kann ich nur sagen: Peter lebt das was er tut - tut das was er lebt. Authentisch, sympathisch und mit erheblicher Fachkompetenz die er sich auf den langen Ritten bis zu 3000km und mehreren Monaten am Stück, ohne exakte Vorplanung erarbeitet hat. Da ist nichts schulmeisterliches an ihm ("ihr könnt gerne an mir vorbeireiten" - das mögen nicht alle Rittführer), er weiß aus eigener Erfahrung hat das Wissen durch "try and error" erworben, immer wieder neu, denn keine Situation und auch kein Pferd gleicht einer/einem anderen. Und diese Authentizität merkt man. Das entspricht genau meiner Art zu reiten und es hat mir sehr viel Freude gemacht!

 

Die ViaSbrinz ist die Alpenüberquerung die mich am ehesten an die zauberhaften Landschaften der Pyrenäen erinnert, mit den heftigen An-und Abstiegen der Hochvogesen. Dagegen ist die ViaClaudiaAugusta eine Autobahn. Anfangs dachte ich, es hätte wesentlich mehr Höhenmeter denn die, auf der Karte geplante Route zeigte dies - nur ist es oft so, dass die Höhenangaben im Hochgebirge durch die Interpolation der Trackpunkte einen völlig falschen Wert ansagen. Im Endeffekt (nach der GPS-Aufzeichnung in der jeder Trackpunkt eine eigene exakte Höhenangabe erhält) ist der Ritt vergleichbar mit meinen Ritten in den Pyrenäen, in den Vogesen hatte ich teilweise fast mehr Höhenmeter pro Tag, nur weniger Strecke. Alles in allem anstrengend (für den Reiter, nicht das Pferd) aber gut machbar. Wir hatten allerdings ein Pony dabei, das Konditionsprobleme beim Bergaufgehen hatte - das ist etwas was man vor einem Hochgebirgsritt unbedingt ausreichend trainieren muss. Und in flachem Gelände ist das wiederum schwer - es geht auch da, z.B. durch 30 minütige Trabpassagen ohne Pause aber ich denke, das ist auch sehr anstrengend für den Reiter und dann kommt auch noch die, doch schon, dünne Luft auf 2400m ins Spiel und das kann man natürlich nicht üben. Zumindest sollte man vor solchen Aufstiegen dem Pferd keinen Sack zum Verhindern von Fresspausen auf die Nüstern ziehen...

 

Der Ritt ist leider viel zu kurz. Abends beim Essen verabreden sich einige (ich auch) für nächstes Jahr die Berninaroute mit Peter zu gehen. Das ist ein 10-Tageritt über 9 Pässe, ohne Gepäcktransport und mit viel mehr (na ja) Tageskilometern. Er nimmt auf diesen Ritt nur Leute/Pferde mit, die bereits einmal mit ihm geritten sind. Es gibt mehrere Bernina-Varianten. Man kann sie sich auf gpsies.com ansehen Eine davon z.B. hier! Suche nach Nutzer Hohbrugg zeigt alle seine Tracks. (Pardon - ich finde dieses Portal zum Ko****. Ganz schlechte Suchfunktion, keine Möglichkeit die Strecke zu beschreiben, Bilder hochzuladen. Ich nutzte früher zur Link-Werbung für WanderreiterWeb das Portal www.gps-tour.info. Da klappt auch die Suche besser weil es mehr Suchkriterien gibt.) Jedenfalls hat die Berninaroute ca. 20810 HM über 10 Tage, das sind 2081 HM/Tag bei 25,2km/Tag. Ausgangspunkt ist Scoul/SanJon.

Die nachfolgenden Seiten beschreiben jeweils einen Tag evtl. etwas ausführlicher als in dieser Übersicht, die Bilder sind (fast) alle von mir. Leider haben die meisten in der Gruppe Aufnahmen mit den Handys gemacht und auch die Weitergabementalität hält sich, wie immer, in Grenzen aber glücklicherweise habe ich wohlweislich  - ich kenne das ja schon von anderen Ritten - genügend Aufnahmen gemacht um den Bergtrail ausreichend beschreiben zu können. Und der Hauptdarsteller, mein Pony, ist ja öfters zu sehen. Ich sehe eh auf jedem Foto gleich aus .


Die Angewohnheit, Fotos mit dem Handy zu machen ist eher kontraproduktiv für die weitere Verwendung. Diese Fotos sind schwer in verwertbarer Qualität über die üblichen Austauschportale online zu stellen, WhatsApp, Facebook & Co, email, verändern die Fotos zu stark, entfernen Aufnahmedatum, vergeben kryptische Namen die sich schlecht einsortieren lassen und/oder verkleinern die Fotos (wenn man dies nicht zu verhindern weiß). Auch ist es oft nicht einfach die Fotos auf den Handys zu finden bzw in einem Rutsch zu übertragen. Schon im Original sind die Aufnahmen in der Regel, zumindest bei schlechten Lichtverhältnissen, miserabel. Im Handy und ohne Änderung sehen sie toll aus aber sobald man sie bearbeitet, Kontrast und Farbe, Schärfe optimieren oder gar Ausschnitte vergrößern will, werden sie erbärmlich schlecht. Dafür sind die Linsen zu schlecht, die Bildsensoren einfach zu klein, die Bilder haben zu wenig Informationen alles ist softwaremäßig getrickst und gepuscht - die kleinen Bildsensoren (klein von der Oberfläche nicht der Pixelanzahl) sind schon bei den Kompaktkameras  (und diese sind sicher 10mal größer als diejenigen von Handykameras) ein Problem aber da hält sich das Bildrauschen noch in Grenzen, zumindest für eine Verwendung im Web sind sie sehr gut  geeignet. Also Leute - tut etwas für eure Mitreiter und fotografiert mit vernünftigen Kameras .


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